WM 2014 – nach Tag 13

Fussball_1354

Fussball_1373Verdammt. Arbeiten, Sport, Reisen, Freunde, Fußball kucken. Diese Tage sind viel zu kurz. Und dann ist die WM plötzlich vorbei und ich bin beim Schreiben in der Vorrunde hängen geblieben. Zumindest fast. Was kam denn da noch so? Auch ganz schön, dass ich an dieser Stelle jetzt noch über die Orte schreiben kann, die mir in Erinnerung geblieben sind. All die Orte, Stunden und Menschen, die Berlin auch 2014 während der WM in Brasilien zu einer so freundlichen, aufregenden, kommunikativen und abwechslungsreichen Stadt gemacht haben. Und so viele Abende bin ich sehr zufrieden und fröhlich von irgendwoher nach Hause gefahren und war immer wieder aufs neue von Berlin verzaubert. Aber das nur so am Rande. Welche Orte waren es also? Welche bleiben auch nach der WM und welche kommen zur EM schon wieder zurück?

Fussball_1354Da war das Spiel Brasilien vs. Chile. Spannend, packend, voll Energie. Wir haben uns dazu von unserer eigenen Fete blanche abgesetzt. So schön es dort auch war, an der Spree direkt bei den Molecule Men – wir mussten I’s Sofa und Fernseher okkupieren. Nachahmung schwer möglich.

Da ist natürlich die Brykbar in der Rykestraße am Prenzlauer Berg. Während dort eine Bar nach der anderen zusperrt, ist die Brykbar neu dazugekommen. Edles Interieur, spannende Cocktailkarte, entspannte Menschen und so viele Räume zu entdecken. Praktischerweise auch Fernseher – also schauen wir in einer 8er Runde das unsägliche Spiel Deutschland vs. Algerien. Und der Ort kann definitiv nichts dafür, dass wir uns das Ende des Spiels herbeisehnen. In die Brykbar geh ich nochmal. Auch ohne Fußball.

Was wäre eine WM ohne ein Spiel im Gagarin. Einfach draußen hingesetzt, Fernseher an, alle schauen entspannt, nach drinnen, vergessen den Wasserturm, den Prenzlauer Berg und freuen sich über diese nette Kneipe und den Fernseher.

Fussball_1372Dann natürlich ein Klassiker: Deutschland vs. Frankreich. Klassiker im Spiel, Klassiker im Ort. Die Jägerklause im Friedrichshain. Die Kneipe ist schon ihrer Metal-Musik wegen einen Besuch wert, der Hof ist grandios und die Ansagen zur Abholung der frisch gebratenen Burger legendär. Und trotz der Ecke so erfrischend Hipster-frei. Wir sind eineinhalb Stunden vorher da – sitzen dann trotzdem schon vor der Kneipe und nicht im Garten. Tut der Stimmung aber keinen Abbruch. Spätestens zur EM steht die Jägerklause wieder auf dem Plan.

Ganz großes Kino gibt’s dann im Lido, WM-Quartier von FluxFM. Es spielt Kolumbien gegen Brasilien. Im Hof unter der Plane herrschen tropische Temperaturen, die Gemüter gehen hoch. Alle Kolumbianer der Stadt scheinen sich hier versammelt zu haben. Stimmung wie im Stadion. Die paar Kilometer bis Brasilien sind vergessen. Das Bier fließt, die Zigaretten werden in Kette geraucht, nichts hält die Jungs und Mädels auf ihren Stühlen. Es wird voll und immer voller, laut und immer lauter. Man bekämpft sich, man liebt sich. Wer es nicht zu einem Südamerika-Spiel bei der WM 2018 schafft – that’s the place to be.

Fussball_1381Den echtesten Abend beschert uns aber wohl Petra. 5 Freunde das sind wir… und schauen das Spiel im Wartheeck in Neukölln. Zugezogene, Britzer, Ur-Neuköllner und Gäste aus dem Osten schauen in trauter Einigkeit auf Leinwand und Fernsehern das Spiel. Dass der Ton nur zur Leinwand, nicht aber zu den Fernsehern passt, stört hier niemanden. Die Stimmung ist entspannt, gelassen. Petra ist eine Wirtin wie aus dem Bilderbuch. Immer einen Spruch auf den Lippen, immer aufmerksam und selbst bei meiner dritten Bestellung eines großen Wassers findet sie mich noch nicht seltsam.

Zum Halbfinale sind es dann schon 11 Freunde und ein Quartier. Also, eigentlich im Fritz-Club am Ostbahnhof, weil die Wolken am Himmel mit Eimern bestückt zu sein scheinen. Und aus denen gießt jemand regelmäßig Wasser. Große Leinwand, bunte Mischung an Menschen, wir sind 22 Leute. Stimmung entspricht dem Spiel – Wieviel zu Null spielt Deutschland nochmal gegen Brasilien? Und netterweise machen die Leute am Eingang irgendwann Schluss mit Einlass. Keiner steht also im Weg vor der Leinwand, keine ewigen Schlangen an Bar oder WC. Und wir können freudetrunken nach Ende des Spiels durch die Ostbahnhof-Berghain-Brache wandern. Unglaublich, einfach nur unglaublich. Noch so ein Ort für die nächste WM.

Und dann war da natürlich die Frage: Wo schauen wir Finale? Wir kommen ja erst um 18 Uhr zurück aus dem SalzburgerLand. Haben wir da überhaupt noch irgendwo Platz? Henner, unser „Wo-Schauen-Wir-Heute“-Verantwortlicher der WM 2014 lädt ein. In Phillips Garage. Wo ist das? Wer ist Phillip? Und wann muss ich da sein? Dieses Geheimnis behalte ich jetzt mal für mich. Vielleicht können wir dann auch in zwei Jahren wieder mit 30 Erwachsenen und 10 Kindern mitten in Kreuzberg ein Finale sehen.

Es hat Spaß gemacht, liebe WM. Danke Brasilien, danke ARD und ZDF (aber nur wenigen Eurer Kommentatoren). Danke liebe deutsche Elf. Selbst der Österreicher ist wahnsinnig stolz auf Euch!

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