Willkommen in Durrës

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Albanien_0513Nachdem wir also eingeparkt haben, geht’s ans Einchecken. Die junge Frau an der Rezeption ist schon wieder so freundlich. Wir könnten uns daran gewöhnen. Das Hotel hat übrigens auch einen Namen, auch wenn keiner von uns ihn versteht: 2 Kitarrat. Aber wir lernen auch das noch. Es sind zwei Gitarren, was man im Hotel dann durchaus auch sieht.

Der Concierge übertrifft die Rezeptionistin dann noch bei weitem. Wenn er schon unsere Koffer nicht aufs Zimmer bringen darf, will er uns zumindest das Hotel zeigen. Den Frühstücksraum und das Spa. Letzteres hat zwar seit einer halben Stunde geschlossen, es ist ja schon nach 20 Uhr mittlerweile, aber wenn wir möchten, heizen sie die Sauna nochmal auf und werfen das Dampfbad an. Es wäre ihm ein Vergnügen (seine Spa-Kolleginnen sehen das zum Glück recht offensichtlich anders, aber sie würden schon auch…). Wir danken vielmals und verzichten dann aber doch. Wir haben ja noch den Vormittag.

Albanien_0516Es ist aber nicht nur die Freundlichkeit. Das Hotel hat etwas wahnsinnig kuscheliges. Alles ist top sauber, neu, gemütlich. Großes Wohlfühlambiente. Bis wir dann loskommen ist es auch 21 Uhr. Wir spazieren die Straßen entlang, vorbei am alten Amphitheater (tatsächlich noch aus der Römerzeit, angeblich wurde es gefunden, als ein Einwohner seinen Garten umgegraben hat, ausgegraben fand man raus, dass es wohl das größte am Balkan war – für über 20.000 Besucher). Uns sticht ein Turm ins Auge, auf dessen Dach der Schriftzug „FLY – Bar and Wine“ thront. Naja, Blick über die Stadt wäre doch nicht schlecht. Wenn ich jemandem einen Rat geben darf: Lasst es sein. Der erste unfreundliche Kellner Albaniens, Wein den ich stehenlasse und der B Sodbrennen beschwert. Und der Ausblick? Naja…

Wir machen uns dann noch auf etwas zu essen. Zwar sind wir im Süden, aber in der Vorsaison in Durrës um 23 Uhr noch etwas zu finden, stellt sich als gar nicht so einfach heraus. In der Altstadt tut sich nichts auf, an der Promenade finden wir ein Lokal die uns noch willkommen heißen – als wir sitzen eröffnen sie uns aber, dass es nur noch Pizza gäbe. Der Koch sei schon nach Hause gegangen. Klingt nicht so vertrauenerweckend. Wir wechseln nach nebenan. Dort ist auch noch gut Betrieb, alle sind wieder freundlich. Lustig finden wir ja, dass das Lokal zweigeteilt ist. Wir sitzen im „schicken“ Teil, hintenrum verbunden gibt es einen rustikalen. Die Karte ist die gleiche. Es gibt Salat, Moussaka (M hat in ganz Griechenland keines gefunden), Meatballs, frittierten Karfiol (oder Blumenkohl) und Spinat. Zumindest glauben wir, das bestellt zu haben. Oder irgendwie. Den Blumenkohl hielten wir bei der Bestellung für Teigtaschen, das Moussaka ist mehr Lasagne und der Spinat stellt sich als Bolognese mit Spiegelei heraus. Klar, die Nudeln gab es ja schon am Nachmittag. In jedem Fall lustiges Essen. Gegen 0.30 Uhr sind wir dann auch wirklich die letzten und beenden unseren Abend und Durrës.

Albanien_0530Wer sich für das 2 Kitarrat entscheidet, darf sich jetzt schon auf das Frühstück freuen. Der Frühstücksraum ist freundlich plüschig, im Sommer mit hübscher Terrasse. Kaffee schmeckt, es gibt Eier, Brot, Kuchen, Gemüse, Wurst und Schinken – aber vor allem eine unwahrscheinlich freundliche Frühstückskellnerin, die den Gästen jeden Wunsch von den Augen abliest. Gut, anders ginge es bei marginalen Englischkenntnissen auch nicht. Aber sie macht alles möglich. Ich wollte gar nicht mehr gehen.

Tun wir dann aber doch. B geht noch in die Sauna, der Rest von uns dreht eine Shopping-Runde. Ansichtskarten, Kaffeetassen, eine Trommel. Was man eben in Albanien so kauft. Die Altstadt ist ganz hübsch, die Promenade ist Heimat eines Rummels. Die Plattenbauten sind bei Tag kaum hübscher als Nachts. Ob ich meinen Sommerurlaub hier verbringen möchte? Ich würde fast sagen: eher nicht. Aber es hat Charme – und den machen nicht zuletzt die Menschen hier aus. Aber das habe ich ja schon einmal erwähnt.

Albanien_0562Die Sonne kommt raus, das Meer rauscht, ein leichter Wind kommt auf. Albanien verabschiedet sich mit seinem freundlichsten Gesicht von uns. Es hat uns beeindruckt. Es war liebenswert und wunderbar überraschend. Es war immer ehrlich und hat nie versucht, uns über’s Ohr zu hauen. Es hat uns eingeladen wiederzukommen.

Falls also jemand Lust hat, mit dem Motorrad durch Albanien zu reisen – gebt Bescheid. Ich will mitkommen.

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