Wieder Frankfurt – diesmal mit airbnb

Es ist also mal wieder soweit. Es geht auf nach Frankfurt. Über meine Fahrt mit der Bahn habe ich ja schon mal geschrieben – also werde ich mir das heute sparen. Ich möchte lieber ein paar Worte über die diesmalige Art des Wohnens verlieren.

Während ich also das letzte Mal im Intercontinental gewohnt habe, und das im besten Fall okay fand, will  ich dieses Mal alles anders machen. Alternativen gibt es ja schon eine Weile, und viele davon sind durchaus attraktiv. Also denke ich mir, ich probier’s mal wieder über eine der Privatzimmervermittlungen. Meine Wahl fällt auf airbnb. Weil es ein beruflicher Ausflug an den Main ist, schränke ich bei der Suche dann doch ein – kein Gastzimmer sondern eine ganze Wohnung. Und große Überraschung, da gibt es doch tatsächlich eine Wohnung, deren Lage mir ganz gut erscheint und die nur 30 € pro Nacht kosten soll. Wenn das meinen Arbeitgeber mal nicht freuen wird.

Ich gebe mein gewünschtes Datum ein. Die Wohnung ist noch frei. Schau einer an, da meint es jemand aber gut mit mir. Ich also flux auf „Buchen“ geklickt – da kommt die Nachricht, ich möge bitte vorher mit dem Gastgeber Kontakt aufnehmen. Hm, na gut. Versteh ich zwar nicht, mache ich aber trotzdem.  Eine kurze Mail mit meinem Anliegen geschrieben und weggeschickt.

Warten. Warten. Warten. Meine Begeisterung hält sich mittlerweile in Grenzen. Nach einer Woche schaue ich nach, ob die Nachricht überhaupt geschickt wurde. Ja. Und der Gastgeber hat seitdem auch seinen Onlinekalender bearbeitet. Was weiß man, vielleicht ist sie ja im Spam gelandet. Also nochmal auf die Seite – und da entdecke ich, dass man auch gleich seine Kreditkartendaten eingeben kann – und bekommt dafür eine Antwortgarantie innerhalb von 24 Stunden. Haha, denkt der schlaue Mensch sich. Will ich ja ohnehin haben, also mach ich das. Und siehte da, nach 18 Stunden kommen drei automatische E-Mails von airbnb. Meine Buchung sei akzeptiert. Ich möge doch mit dem Gastgeber Kontakt aufnehmen. Das kenn ich zwar schon, aber mache ich natürlich trotzdem gerne. Also schreibe ich eine Woche vor der Anreise eine Mail. Dass ich komme, wie das denn mit dem Schlüssel sei, wann ich reinkönnne…

Auch was dann kommt, kenne ich schon. Warten. Warten. Warten. Drei Tage lässt Gastgeber Peter sich mit der Antwort Zeit. Er schreibt mir, dass er um 18.30 Uhr wegmüsse und hoffe, dass mein Zug keine Verspätung habe, weil das sonst knapp werden würde. Naja, da steht zwar, An- und Abreise seien zeitlich flexibel gestaltbar. Aber flexibel ist ja ein flexibler Begriff. Und obwohl das ja beim letzten Mal so schön geklappt hat, weiß man bei der Bahn ja nicht immer so genau. Also beschließe ich, einen Zug früher zu nehmen. Ich schicke Peter eine freudige Mail. Ich verstünde schon und gehe auf Nummer sicher. Komme eine Stunde früher.

Denkste. Antwort von Peter. Das schafft er jetzt wirklich nicht. 17 Uhr sei zu früh. Ich soll doch bitte den späteren Zug nehmen. Er könnte bis 19.30 Uhr auf mich warten. Äh… Ja. Ich bin halt nur schon am Weg zum Bahnhof. Ab wann er denn jetzt in der Wohnung sei. Ab 18 Uhr. Wow, da habe ich ja alle Zeit der Welt. Ich bin ja auch flexibel, so wie die Ankunftszeiten. Also geht’s halt doch erst ins Büro und dann in die Wohnung.

Wie gut, dass ich ein paar Minuten nach 18 Uhr komme. Peter kommt nämlich gleichzeitig mit mir an. Am Weg in den 4. Stock erzählt er mir seine halbe Lebensgeschichte, in der Wohnung erzählt er mir die zweite Hälfte. Außerdem erfahre ich, dass ihm diese Vermietungen total auf die Nerven gehen. So viel Arbeit. Und dann haben die Leute auch noch fragen und man muss auf E-Mails antworten. Und dann wollen die auch nur zwei Nächte bleiben. Und außerdem sind Fernseher und Stereoanlage kaputt. Dafür gibt’s einen Kühlschrank.

Peter fährt dann wieder. Zurück nach Aschaffenburg. Die Wohnung, seine alte Studentenwohnung die er einfach nicht aufgeben will,  ist jetzt also für zwei Tage mein zu Hause. Oder zwei Nächte. Eine Studentenbude eben.

Bad mit Dusche, Küche, Zimmer. Soweit alles da. Gut, das Bett hat bessere Zeiten gesehen und ist ziemlich durchgelegen. Und dafür, dass es im Treppenhaus nach asiatischer Fischsuppe riecht, dafür kann mein Gastgeber nun wirklich nichts. Schön ist es trotzdem nicht. Neben Kühlschrank gibt’s auch eine Kaffeemaschine. Milch, Zucker, Kaffee, Kaffeefilter nicht. Gut, ich werde jetzt wohl für zwei Tage nicht groß einkaufen. Und nicht, dass ich es erwarten sollte. Irgendwie wäre es aber ganz charmant gewesen, wenn es sowas wie diese Grundversorgung gäbe. Der Blick aus der Wohnung… Geht so. Dafür ist die Gegend sehr nett. Zwischen Unicampus und Messe. Hübsche Straße, alles voll buntem Laub. Eine Trinkhalle an der Ecke. Das gefällt mir. Dass die Sicherung rausfliegt, wenn man das Licht in Flur und Bad gleichzeitig anmacht, hat einen gewissen Spaßfaktor.

Die Idee war ja, mal nicht im Hotel zu schlafen. Noch bin ich unentschieden, ob sie gut war. Aber das Erlebnis ist in jedem Fall ein anderes. Und der Preis ist zugegeben absolut unschlagbar. Es kann halt auch nicht immer eine Bar-Wohnung sein, wie Ostern in Belgrad. Morgen früh werf ich dann den Schlüssel in den Briefkasten. So früh wie ich los will, ist Peter nämlich aus Aschaffenburg nicht wieder in Frankfurt. Ich dafür bald wieder zu Hause. Um eine Erfahrung reicher. Nächstes Mal Frankfurt vielleicht doch wieder im Hotel.

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