Oslo – die perfekte Stadt für ein Wochenende

Haus in Voksenasen, Oslo, Norwegen

Rathaus OsloIch habe es Kathi zu verdanken, dass ich schon ein zweites Mal in Oslo war. Ich schaffe ja so wenige Orte zweimal, weil es einfach so viele Orte zu sehen gibt. So oft kann man gar nicht auf Reisen gehen. Aber Geburtstage sind da ja etwas anderes – und was Oslo betrifft, war das ein ganz großes Glück. Denn Oslo ist vielleicht die perfekte Stadt, sie ist es in jedem Fall für ein Wochenende. Danke, Kathi!

Blick auf Oslo und Fjord Blick auf Oslo

  1. Berg und Meer

    Die Hauptstadt Norwegens liegt wunderschön und idyllisch eingebettet zwischen dem Oslo-Fjord und den Bergen. Vor allem im Sommer hat das so seine Vorteile – mit dem Boot auf dem Wasser und dann mit dem Fahrrad auf den Berg. Viele kennen ja den Holmenkollen vom Skispringen im Winter. Schon von dort oben hat man einen grandiosen Blick auf die Stadt. Wir andererseits wohnen diesmal noch ein gutes Stück weiter oben, am Voksenasen. Absolut ruhig im Grünen, im Wald gelegen, können wir man dort oben einfach Natur genießen – und mit der Straßenbahn sind wir trotzdem in 20 Minuten mitten in der Stadt. Zum Feiern hatte das Geburtstagskind eine „Hütte“ gemietet. Sowas nennt man wohl Understatement. Ich würde es ja eher Anwesen nennen. Gebaut aus dunklem Holz, mit Speisesaal, Kaminsalon und einer dreistufigen Terrasse mit Blick auf die Stadt. Einige der Gäste wohnen auch dort, im 1. Stock. Wir unterdessen quartieren uns  im Hotel Voksenåsen – gerade mal 150 Meter entfernt – ein. Auch von dort, besonders von der Terrasse, ist der Blick auf Oslo umwerfend. Es gibt einen kleinen Pool, die Zimmer sind groß genug und es gibt viele hübsche kleine Details zu entdecken. Würden sie noch ein wenig mehr Wert auf Sauberkeit legen und beim Service zum Frühstück einmal lächeln, nur ein klitzekleines Lächeln, es wäre vielleicht perfekt.Blick auf Oslo und Fjord Blick auf Oslo Oslo, Hotel Voksenasen Oslo Hotel Voksenasen

  2. Wetter und Licht

    Zugegeben, in diesem Blogpost geht es um Oslo im Sommer. Im Winter könnte das auch ganz anders aussehen. Wir jedenfalls freuen uns über strahlenden Sonnenschein, weite Himmel mit tiefem Blau und wunderschöne Sonnenuntergänge. Selbst bei ‚offiziell‘ 18 Grad ist die Luft so lau und weich, dass es sich nach Sommer anfühlt – und ich dem Pool nicht widerstehen kann. Die Luft ist… warm und weich. Ja, weich trifft es ganz gut. Das Licht so klar, dass wir den Eindruck haben, jedes einzelne Haus unten in der Stadt zu sehen. Und wenn die Sonne hinter dem Horizont verschwindet, sinkt die Temperatur auf das perfekte Maß für den guten Schlaf. So macht der nächste Morgen gleich noch mehr Spaß.Sonnenuntergang über Oslo Oslo im Park

  3. Überschaubar und doch alles da

    Oslo ist nicht riesig, keine Metropole. Gut 660.000 Einwohnern wohnen hier, die Entfernungen sind ganz einfach zu Fuß oder per Fahrrad zu überwinden. Für die Kulturfreunde gibt es neben unzähligen Museen und Galerien die berühmte Oper, deren Dach ein beliebter Treffpunkt der jungen Norweger ist. Erinnert mich irgendwie an das Museumsquartier in Wien. Am Hafen lohnt der Besuch des Nobel Friedenszentrums – der im Gegensatz zu den anderen Nobelpreisen nicht in Stockholm vergeben wird. Der Vigelandpark ist die wahrscheinlich meistbesuchte Sehenswürdigkeit der Stadt – mit 212 Skulpturen des norwegischen Künstlers unter freiem Himmel. Für die Sportler gibt es neben allen Möglichkeiten an Wassersport unzählige Fußball- und Tennisplätze. Die Berge laden zum Wandern, Laufen und Radfahren ein. Am Fjord üben die Norweger sich gern am Stand-Up-Paddle. Und tatsächlich trifft man ständig auf laufenden, radelnde, Asphalt-Ski fahrende Menschen. Für die Kulinarik-Freunde gibt es in Oslo jede Menge Möglichkeiten auf höchstem Niveau – nur spätestens hier wird klar: so ein Wochenende in Oslo kann ins Geld gehen. Aber das ist ja kein Geheimnis und man ist darauf vorbereitet… Häuser am Meer, Oslo Säule im Vigeland Park, Oslo Statuen im Vigeland Park, Oslo Statuen im Vigeland Park, Oslo Oslo, Hotel Voksenasen

  4. So viele Möglichkeiten hin und wieder weg zu kommen

    Wir schließen uns am Hinweg ja Freunden an, die danach noch mit dem Wohnwagen durch Norwegen fahren wollen. Für die Nicht-Fahrer eine überaus angenehme Art des Reisens – als würde man in seinem Wohnzimmer durch die Landschaft gefahren. Im dänischen Hirtshals geht es für uns auf die Fähre und in etwas über drei Stunden nach Larvik in Norwegen. Von dort ist sind es keine zwei Stunden mehr bis Oslo. Das Ganze geht natürlich auch mit dem Auto und mit der Fähre von Kiel direkt nach Oslo. Oder vielleicht doch ohne Fähre über Dänemark und Schweden? Am Ende ist das wohl eine Frage des Budgets, der Zeit und der persönlichen Vorlieben. Für die Rückreise nehmen wir den Flieger, mein erstes Mal SAS – für gerade mal 38 €, kaum zu toppen und dann doch deutlich schneller als die anderen Varianten. Persönlich stehe ich aber nun mal sehr auf Fähren und würde jederzeit wieder eine nehmen, oder zwei, oder drei… Irgendwann lande ich wahrscheinlich doch noch auf einem Kreuzfahrtschiff. Aber das ist eine andere Geschichte… Marine in Oslo Hafen Oslo Hafen Oslo

  5. Understatement mit Blick in die Zukunft

    Wenn man mit Norwegern spricht oder die Medien dort verfolgt, wenn man durch die Stadt spaziert und die Augen offen hält, merkt man, wie bewusst die Menschen hier mit ihrer Vergangenheit, ihrer Gegenwart und ihrer Zukunft umgehen. Oslo gehört wahrscheinlich zu den wohlhabensten Regionen der Welt. Zu verdanken haben die Menschen das dem Erdöl. Viele können sich noch daran erinnern wie es war, arm zu sein. Heute sorgt der Staat dafür, dass sie sehr gut versorgt sind, das Lohnniveau ist hoch. Das am häufigsten neu zugelassene Auto ist ein Tesla. Die Königsfamilie wohnt tatsächlich noch im Palast mitten in der Stadt, aber auch der ist nicht gerade imposant. Auch der Umstand, dass Norwegen, und damit Oslo, damals noch Kristiania genannt, seit 1380 erst Teil Dänemarks war und danach in einer „Personalunion“ mit Schweden steckte, die erst 1905 endete, scheint man nicht vergessen zu haben. Ja, man ist heute wohlhabend und unabhängig. Aber das war lange ganz anders, lange war man arm. Und weil das Geld-bringende Erdöl auch irgendwann zu Ende gehen wird, macht man sich heute schon Gedanken über Alternativen. Ab 2020 sollen in ganz Norwegen keine Benzin- oder Dieselautos mehr zugelassen werden. Wenn man bloß andernorts auch solche Visionen hätte… Mir jedenfalls ist das sehr sympatisch. Häuser am Meer, Oslo Ausblick Voksenasen Haus mit Gartenzwerg, Oslo Salon in Oslo Oslo, Hotel Voksenasen Hütte in Oslo

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