Mechthild und der Papst oder Eine Reise über den Balkan – Teil 1

Es ist März 2012. In Berlin scheint der aufkeimende Frühling gerade schon wieder ein Ende zu finden. Zeit also, wieder auf Reisen zu gehen. 1.000 km in Richtung Süden soll es diesmal sein. 8 Tage durch einen Teil Europas, der in den letzten Jahren nicht unbedingt ein Hotspot für Touristen war. Der Balkan. Etappe 1 bringt uns von Berlin Schönefeld nach Prishtina. Hä! Prishtina? Ja. Eine der jüngsten Hauptstädte Europas. Der Kosovo ist erst seit 4 Jahren unabhängig. Ein kleines Land, noch nicht so richtig zur Ruhe gekommen und vom großen Bruder Serbien bis heute nicht als eigener Staat anerkannt. Die wechselvolle Geschichte, die Unruhen, die Selbstfindung spürt und sieht man recht schnell, wenn man angekommen ist.

Für uns sollte es das Hotel Begolli sein, das für die ersten zwei Tage Ausgangspunkt unserer Entdeckungen fungiert. Ein hübsches kleines Haus mit Blick auf eine Moschee und einer Umgebung, die am ehesten an den großen Bazar in Istanbul erinnert. Mit dem jungen Mann an der Rezeption haben wir uns gleich mal über die deutsche Fußballbundesliga unterhalten. In deutscher Sprache natürlich, das ist dort Ehrensache. Denn wie wir noch oft hören sollten: „Deutschland ist das beste Land der Welt.“ Offen gestanden, erst wussten wir mit uns selbst und der Stadt nicht sehr viel anzufangen. Nur gut zwei Stunden Flug, nicht weit vom so wohl bekannten Kroatien, und doch eine vollkommen andere Welt. Ach ja, und hier ist der Frühling hingekommen.

Was bleibt uns übrig, als uns mitten rein zu stürzen. Also raus auf die Straße und in die erste Straße eingebogen. Stände voll mit Schuhen, Hemden, Zigaretten, Karotten, Musikkassetten. Vier Jungs aus Berlin – den einen oder anderen schrägen Blick ernsten wir dann doch. Erst denken wir, es läge daran, dass Ausländer nicht so häufig gesehen würden, in Prishtina. Aber auch diese Annahme sollte sich noch recht schnell als falsch herausstellen. Erst geht’s dann also mal am Stand mit den schrägsten Würsten seit langem vorbei – zum Dönerladen. Hamburger und Döner sind sehr gefragt hier. Und das gönnen wir uns dann auch. Mit Blick auf eine der Haupteinfahrtsstraßen. Vorbei fahren neben ganz normalen PKWs vor allem Linienbusse. Sie fahren nach „Hauptbahnhof“, „Betriebsfahrt“, „Augsburg“ oder „Schulbus“. Nur eine kleine Zahl auf einem Papierschild verrät jeweils, dass der Bus zu einer Linie gehört. Wohin sie fährt und wo die Busse warum halten, das herauszufinden, sollte uns aber auch noch ein paar Stunden kosten. Aber Zeit sollte nicht unser Problem sein.

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