Koh Phayam – und ich weiß nicht warum

Koh Phayam

Koh Phayam, ThailandIch habe so lange gebraucht, diesen Beitrag endlich fertig zu machen. Und ich kann gar nicht so genau sagen warum. Eigentlich ist Koh Phayam eine tolle Insel. Mit dem regulären oder dem Speedboat erreichbar. Auf der Insel keine Autos und Tuk-Tuks (nur Mofas und entsprechend auch Motorrad-Taxis). Kilometerlange Strände, fast menschenleer. Aber am Ende hat sie mein Herz nicht erobert.

Der Reihe nach. Von Ayutthaya fahren wir mit Zug, Taxi, Bus, Tuk-Tuk, Speedboat über Bangkok nach Koh Phayam. Endlich wieder Meer und Strand, unsere Vorfreude ist groß. Die Anreise dann doch strapazierend. Am Anleger warten wir mit vielen anderen Touristen darauf, dass es 10 Uhr wird – bis das Boot fährt. 5 Stunden warten können so lang sein. Man kommt nur gegen die Natur nicht – und bei Ebbe fährt nunmal kein Boot.

Hotel Heaven Beach Resort Koh PhayamWir hatten uns schon vorab das Heaven Beach am Aow Kai Kwai ausgesucht. Unser Bungalow steht, wie alle, ungefähr 10 Meter vom Strand entfernt. Zur Begrüßung gibt es einen kühlen Fruchtshake – und den Blick von der Veranda auf das Meer. Kurz zusammengefasst: wunderschöner Strand, kaum Menschen, das Essen im Heaven Beach ist großartig (Som Tam ist sehr zu empfehlen, zum Frühstück einfach mal einen Coconut-Coffee-Shake statt des Kaffees). Nebenan gibt es die Möglichkeit zur Massage am Strand. Die beiden Frauen lassen B und mir die besten Thai-Massagen angedeihen, die wir bis dato erlebt haben. Auch wenn wir vor Schmerzen manchmal kaum noch atmen wollten. Bei uns im Heaven Beach ist die Stimmung wechselnd. Ob es an der Chefin liegt oder ihrem Vater, dem Belgier, finde ich bis zum Schluss nicht raus. Aber zwischen höflich reserviert und lustig herzlich ist alles drin. Leider bleibt bei mir eine Episode hängen, die die ganze Erinnerung eintrübt. B und ich lesen am zweiten Tag von einem Nationalpark mit See, Wasserfällen, Höhlen, … Klingt toll, wollten wir immer schon mal. Also fragen wir Wan, ob wir einen Tag früher als geplant abfahren können. Sie sieht kein Problem, hilft uns noch, einen Minibus und die Fähre zu buchen. Am Abreiseabend ruft Paul, ihr Vater an. Wir könnten doch nicht einfach so abreisen. Wir hätten schließlich gebucht und müssten selbstverständlich die letzte Nacht noch zahlen. Tun wir. Aber freundlich fühlt sich das nicht an. Paul treffen wir am nächsten Morgen am Festland am Pier. Wir waren zwar vier Tage bei ihm zu Gast, er würdigt uns aber keines Blickes mehr.

Buddha Statue auf Koh Phayam, ThailandInsgesamt empfinde ich Koh Phayam als Insel in Transition. Sie lebt eindeutig vom Tourismus, an den Stränden reihen sich die Resorts und Bungalows aneinander. Im Dorf rund um den Anleger weiß man, dass die Gäste hier einkaufen oder buchen müssen. Man macht sich nicht mehr die Mühe, freundlich oder aufmerksam zu sein. Wie? Nur trinken? Nichts essen? Dann könnt ihr zum Zahlen auch nach hinten kommen, ich komme dafür nicht extra wieder zu euch. Und doch ist der Massentourismus hier noch nicht zu Hause. Es gibt eben keine fixe Fähre, keinen Flughafen, keine riesigen Komplexe. Wer viel reist, ist irgendwann auch auf seine (oder ihre) Art sehr anspruchsvoll. Für mich sollten es am liebsten Orte sein, an denen man auf keine Touristen trifft. Auf Koh Phayam bleibt das ein Wunschtraum. Zumal die Insel fest in deutschsprachiger Hand ist. Selten habe ich außerhalb Europas so viele Deutsche, Österreicher und Schweizer an einem Ort getroffen. Ich habe mir sagen lassen, am größten der Strände werden dann Abends ausschweifende Parties gefeiert. Bei uns war davon nichts zu sehen. Ich lebe in Berlin, ich brauche auf der Insel keine Parties. Ich mag es, wenn um 22 Uhr nur mehr mein Leselicht an ist. Sonst nur das Meer rauscht, die Stern glitzern und der Wind die Seiten meines Buches umblättert. Ich mag den Pineapple-Shake zum Abendessen, das Singha danach und den schon erwähnten Coconut-Coffee-Shake zum Frühstück. Ich mag es, wenn man auf einer Insel nur mit Mofa oder Fahrrad weiterkommt (wobei wir das mit dem Fahrrad probiert haben. Koh Phayam ist keine Fahrradinsel…). Ich mag Dschungel der unmittelbar am Strand endet.

Aber ja, am Ende hat Koh Phayam mein Herz nicht erobert. Oder lag es nur daran, dass es keine Hängematte gab? .-)

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