Es ist Winterzeit in Wien

Es ist Winterzeit in Wien, hat schon Hape Kerkeling so schön gesungen. Also hatte ich mich mal wieder aufgemacht um das, wenn schon nicht winterliche, dann doch adventliche Wien zu durchstreifen. Drei Tage, vier Weihnachtsmärkte.

Angefangen hat es wie immer am Karlsplatz. Gleich gegenüber der Technischen Universität wurden wir von einer netten Dame der Caritas in Empfang genommen. Glühwein gegen Spende? Also etwas trinken und dabei Gutes tun? Sehr gerne, natürlich. Weiter bis unmittelbar vor die wunderbare, barocke Karl-Borromäus-Kirche mit ihren beiden Säulen und der weithin sichtbaren grünen Kuppel. Überall Stände, überall Menschen, aber irgendwie. Es ist 20.10 Uhr und alles geschlossen? Naja, fast alles. Offen waren nur noch die Glühweinstände. Und Tipp am Rande: Ganz hinten, am Ausgang vor dem Musikverein gibt’s Weißen Muskatellerglühwein. Empfehlenswert! Und kurz vor den Gottesdiensten gibt es dafür gute Gelegenheiten.

Was dann folgte hieß Anzengruber. Eine schöne Alte Tradition. Von dieser charmanten kroatischen Familie geführt. Und wenn man nur mehr vier Mal im Jahr hinkommt, merkt man auch viel besser, wie Ankica, Tommy und der Rest der Familie sich verändern. Was sich nicht ändert sind das Ambiente und das tolle Essen. Pastafagioli, Pariser Schnitzel mit Erbsenreis, Sarma, … Einzig schwer fällt die Auswahl. Und treffen kann man dort immer spannende Leute. Regisseure, Schauspieler, Schriftsteller,… an diesem Tag war es der von mir hoch geschätzte Thomas Glavninic (ja wer ist das denn da unten auf dem Foto?). Und wer „Das bin doch ich“ noch nicht gelesen hat, sollte das vor dem nächsten Wien-Aufenthalt unbedingt nachholen. Und so beseelt wie wir uns nach zwei Weißen G’Spritzten fühlten, springe ich auch wohl hier zwischen damals und heute hin und her. Das liegt aber nur daran, weil’s so schön war…

Reicht dann auch, für einen Abend. Aber es kamen ja noch zwei. Also zum Zweiten. Start im Museumsquartier. Das sieht so ganz anders aus. Stylish, jung, elektronische Musik. Moderne Röhren im Zentrum des Wiener Wohnzimmers, inmitten dieser so wienerischen Szenerie. Schon lustig, aber lasst Euch raten: Nicht zu früh hingehen. Bei uns war es grade mal 18 Uhr und wir kamen uns reichlich verloren vor. Na gut, das hat Vorteile: Man bekommt seinen Glühmost recht schnell. Aber stimmig ist anders. Also weiter zum Maria-Theresien-Platz zwischen Naturhistorischem und Kunsthistorischem Museum. Das Angebot ist dort das gleiche wie überall, um mal ehrlich zu sein. Punsch, Maroni, Kunsthandwerk. Vielleicht ist es ja bei Schnee netter, aber so richtig überzeugt hat er mich nicht. Trotz des nächsten Glühmost. Einen Vorteil will ich ihm aber zu Gute halten: Von hier ist man in 10 Minuten im MQ, vor dem Rathaus oder am Spittelberg.

Den Spittelberg habe ich mir aber für den dritten Abend vorbehalten. Hätte ich mal lassen sollen. Es war nämlich mittlerweile Freitag. Freitag Abend in den romantischen kleinen Gassen, zwischen den niedrigen Häusern. Hier stehen viele Hütten in den Gassen, in den Höfen, auf den kleinen Plätzen. Stimmungsvoll, ganz unbestritten. Sehenswert, unbedingt. Aber kleine Warnung: Auf die Idee kommen freitags wohl sehr viele Menschen. Irgendwann war es dann so voll, dass an ein Umfallen gar nicht mehr zu denken war. Sehr praktisch. Aber wir konnten ja ausweichen. Plutzer Bräu, Amerling Beisl, Lux hießen die Möglichkeiten. Wir haben uns fürs Lux entschieden. Und hätte nicht mein Flieger nach Berlin gewartet, wir säßen wohl noch immer dort. Schauten auf das Treiben vor den Fenstern und ließen die Welt Welt sein. Und das kann man kaum irgendwo besser als in Wir haben uns fürs Lux entschieden. Und hätte nicht mein Flieger nach Berlin gewartet, wir säßen wohl noch immer dort. Schauten auf das Treiben vor den Fenstern und ließen die Welt Welt sein. Und das kann man kaum irgendwo besser als in Wien.

Und wem das noch nicht genügen Weihnachtsmärkte waren, der (oder die) findet hier eine umfassendere Liste: Wien. Jetzt oder nie.

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