Eine Reise von Berlin nach… Berlin

Es hat seine Vorteile, in Berlin zu Hause zu sein. Zum Beispiel braucht man nicht erst wegzufahren, um einen Ausflug in eine andere Stadt zu  machen. Man wohne beispielsweise am Prenzlauer Berg. Pregnancy Hill nennen ihn die Einen, Neuschwabenland die anderen. Für Berliner Verhältnisse ist hier alles ganz wunderbar sauber, aufgeräumt. Die Straßen sind gerade jetzt im Herbst wunderschön in goldenes Licht getaucht und von Bäumen gesäumt, die sich nicht schämen, in allen nur erdenklichen Farben zu leuchten – sogar nich in grün. Adrette Mütter und Väter schieben ihre Kinderwägen vor sich her, ein Cupcake-Laden nach dem anderen leuchtet mit den Bäumen um die Wette. Für den Bedarf kann es gar nicht genügend Espresso-Bars geben. Lactosefreie Bio-Halbfettmilch oder Bio-Sojamilch? Die harte Qual der Wahl: LPG, Bio Berlin, Bio Company oder Viv? Alle im Umkreis von 500 Metern. Und so kann man ganz gelassen durch diese Stadt Berlin spazieren, sich an der Schönheit und Ordnung freuen. Mittags beim Vietnamesen Pho Essen, Nachmittags im Sowohl als Auch Kuchen holen. Die weichgespülte Welt Welt sein lassen und nicht darüber nachdenken, was an Berlin so hip, alternativ und kreativer Meltingpot ist.

Es dauert mit dem obligatorischen Fahrrad dann so cirka 10 Minuten. Die Prenzlauer Allee oder die Greifswalderstraße runter – immer Richtung Fernsehturm. Nein, nicht zum Alex. Nicht zum Shoppen in die Alte Schönhauser, nicht zum Tourispotten auf den Hackeschen Markt. Einfach mal vorbei an diesem wunderbar vollkommen missglückten roten Tempel namens Alexa. Und dahinter tut sich eine neue Welt auf. Das imposante Gerichtsgebäude das kaum jemand kennt, weil man zum Glück nicht so oft rein muss. Das Stadthaus gegenüber des Roten Rathauses, das man vom Vorbeifahren noch so kennt. Die Parochialkirche. Außen weiß gehalten, mit idyllischem stillgelegten Friedhof herum. Innen kahl und überdeutlich die Bombenspuren, die nichts mehr übrig gelassen haben. Daneben die Ruine des alten Grauen Klosters. Wer ist da schon mal langspaziert? Weil vorbeigefahren gilt nicht. Da steht ein altes Herti-Kaufhaus, heute Heimat für die Werber aus Österreich und das Ameisenvolk von Groupon. Manchmal verirren sich da auch wirklich noch Touristen hin, weil es wohl in einem Reiseführer steht. Und weil gleich nebenan die hochmoderne Holländische Botschaft am Wasser gebaut ist. Im Wortsinn, nicht im übertragenen. Aber dort an einem Samstag Nachmittag. Mitten in Berlin. Gähnende Leere. Kein Café, kein Restaurant. Aktuell findet man dort nur die Leute von Occupy, die am Gelände der Parochialkirche ihre Zelte aufgeschlagen haben. Aber man wandelt durch eine seltsam ausgestorbene Gegend. Dabei ist doch die Spree gleich um die Ecke. Aber auch dort: Fehlanzeige. Von einer Anlegestelle der Spreeschiffe abgesehen. Ganz viel Nichts. Gut, dass man hier den Fernsehturm nie aus den Augen verlieren kann. Man könnte sonst fast vergessen, dass man in der vielgerühmten Zentrale der Kreativität und Start-Up-Szene ist. Ach ja, Berlin.

Also weiter mit der Suche. Wie gut, dass es in Neukölln eine Wohnung zu renovieren gibt. Da hat unsereins einen Grund hinzufahren. Und dort warten einige Überraschungen… tbc

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