Angkor Wat und Siem Reap

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Es hat fast drei Wochen gedauert, bis ich es in Kambodscha nach Angkor Wat geschafft habe. Und offen gestanden, hatte ich schon gar keine Lust mehr. Zu oft hatte ich gehört, Siem Reap sei eine Partyhochburg, die Tempel total überlaufen. Naja, ich gebe zu, es ist etwas dran. Trotzdem ist jetzt Tag drei und ich fühle mich auch hier pudelwohl. Rund um die Pubstreet tobt der Tourismus, mehr als ich in den sechs Wochen davor irgendwo gesehen habe. Aber rundherum ist es immer noch entspannt. Siem Reap als Städtchen ist nett zurecht gemacht, vor den Feiertagen auch bunt erleuchtet. Und doch ist die Stimmung sehr freundlich, das Wetter perfekt, genug zu erleben ohne Stress ausgekommen zu lassen. Mal eine Massage. Ein Spaziergang zu den überschaubaren Royal Gardens – und natürlich Tempel über Tempel. 
wpid-img_20151220_101057.jpgMit der Wahl des Hotels sind wir schon mal sehr zufrieden. War ja die Frage: im Zentrum? Etwas außerhalb? In der Nähe von Angkor? Jetzt wohnen wir 5 Minuten von der Pubstreet. Hier ist von der Party und dem Besäufnis nichts mehr zu sehen und hören – aber man ist in 5 Minuten mittendrin. Ich kann die Ecke um die Night Market Street nur empfehlen – die Angkor Unique Villa als Unterkunft ist auch okay, es gibt aber sicher Orte mit mehr Charme.

Aber es geht ja nicht ins Hotel, sondern natürlich um die Tempel. Angkor Wat ist der berühmteste von ihnen, einer der Orte, die man gesehen haben muss, bevor man sich verabschiedet. 20 USD Eintritt ist für einen Tag schon ordentlich, dazu 15 USD für ein TukTuk. Es ist jeden Cent wert.

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Angkor ist perfekt aufbereitet. Nach meinen drei Tagen in Bagan hatte ich etwas ähnliches erwartet. Kein Vergleich, ist auch nicht nötig. Hier gibt es Wegweiser, asphaltierte Straßen, Getränkeverkäufer an jeder Ecke, professionelle Guides an allen größeren Tempeln – und sogar die Standardtouren sind ausgeschildert. Es hat halt alles seine Vor- und Nachteile. Am großen Angkor Wat drängen sich dann auch tausende Menschen. Ständig läuft man irgendjemandem durchs Bild, muss warten bis ein Selfie geschossen ist, drängt sich an geführten Touren vorbei durch die Gänge. 

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Nichts davon kann aber sie Faszination und Schönheit dieses Ortes überdecken. Was die Menschen hier vor fast 1.000 Jahren geschaffen haben, ist atemberaubend. Die Harmonie in der Anordnung der Gebäude, die Wirkung aus der Ferne, die bis ins Details ausgearbeiteten Reliefs über hunderte von Metern. Ein leichter Lufthauch weht durch die Jahrtausend alten Gemäuer und lässt die Hitze vergessen. Oben, vom zentralen Heiligtum sieht man über die Weiten Wälder und weiß genau, warum die Könige ihre Stadt genau an diese Stelle gebaut haben.

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Mit dem TukTuk geht es dann weiter zu kleineren Tempeln, verfallenen, zum Teil von der Natur zurückeroberten, berühmten. Ta Prohm zum Beispiel. Steine überwachsen von riesigen Baumwurzeln – berühmt geworden als Kulisse für das große Finale von Tomb Raider. 

Der Bayon, mit seinen freundlichen Gesichtern und verschachtelten Gängen, in denen sich wohl sogar Indiana Jones verlaufen würde.

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Der Königspalast in Angkor Thom – in dem man sich heute noch die Feste unter freiem Himmel, die Tänze, die Planungen für den nächsten Schlachtzug vorstellen kann, als wäre man mittendrin. Welche Strafe droht eigentlich, wenn man auf dem Dach des Palastes übernachtet? Das Erlebnis könnte es wert sein. Müsste man mal recherchieren.

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Zum Abschied gibt’s dann nochmal LokLak an der Straße und ein Bier am Corner-Balkon. Ein letzter Plausch mit dem deutschen Besitzer der Kneipe um die Ecke erklärt die entspannte Stimmung: so wenige Touristen wie in diesem Jahr gibt es sonst um diese Jahreszeit in Siem Reap nie. Der französische Gastronom der zu uns stößt erzählt von 15 Gästen an diesem Abend. Jetzt hoffen eben auch hier alle auf Weihnachten. Ich dagegen finde, das ist ein ziemlich großes Glück.

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