5 Kaffeehäuser die man in Österreich kennen sollte

Kaffee Korb_(C) Österreich Werbung-Lammerhuber
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Kaffee Korb_(C) Österreich Werbung / Lammerhuber

Die Frage nach dem Lieblingskaffeehaus ist in Wien beinahe eine Glaubensfrage – fast wie die Frage nach dem besten Eis der Stadt. Aber das mit dem Eis ist eine andere Geschichte.

Ich persönlich finde dabei ja, dass diese Frage nicht so einfach zu beantworten ist. Schließlich ist es mit Kaffeehäusern wie mit Freunden – es gibt das richtige für jede Lebenslage und man beschränkt sich kaum auf einen einzelnen. Gut, ich versuche jetzt trotzdem, mich ein wenig einzuschränken… auf meine 5 liebsten Kaffeehäuser in Österreich. Die folgende Reihung ist daher bitte als zufällig und nicht als Priorisierung zu verstehen.

1. Das Prückel, Wien

Zehn Jahre habe ich in Wien gelebt und leidenschaftlich für das Café Prückel gestritten – wenn das Thema auf das beste Kaffeehaus der Stadt kam. Wunderbares 50er Jahre Interieur, perfekt am Ring gegenüber dem Museum für Angewandte Kunst gelegen. Jede Zeitung die man sich nur wünschen kann – und dazu noch freies WLAN. Die Kellner übelgelaunt wie es sich gehört und man kann den ganzen Tag über seiner Melange brüten ohne weiter behelligt zu werden. Davon mal ganz abgesehen, muss man den Apfel-Mohn-Kuchen einfach probiert haben. Gut, in Zeiten in denen die neuen Wiener Ampelmann-Paare zu einer gewissen Berühmtheit gelangen, wünsche ich auch dem Prückel etwas mehr Offenheit. Aber jeder hat eine zweite Chance verdient. Und deswegen gibt es vor dem Rückflug aus Wien immer noch einen Verlängerten im Prückel.

www.prueckel.at

 2. Das Kleine Café, Wien

Typisch ist auch das Kleine Café nicht, wenn man so an das traditionelle Wiener Kaffeehaus denkt. Aber im Sommer draußen am Platz sitzen, aufs Franziskanerkloster schauen und sich an Before Sunrise von Richard Linklater erinnern… Wie? Die Geschichte kennen Sie noch nicht? Dann wird’s aber wirklich Zeit.

 3. Café Korb, Wien

Das Korb, gleich hinter Graben und Tuchlauben gelegen, ist noch einer dieser wunderbaren Orte. Im Keller gibt es eine Kegelbahn, oben eine Bibliothek – und passend dazu einen weltberühmten Stammgast. Österreichs Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek. Sie pflegt hier Kaffee zu trinken – und findet ganz sicher auch die eine oder andere Inspiration für ihre Stoffe rund um die Verderbtheit des heutigen Menschen.

www.cafekorb.at

 4. Café Drechsler, Wien

Warum ich das Drechsler mag, kann man in zwei Stichworten festmachen: Naschmarkt. Räuchertofu-Eierspeise. Also wenn man vor hat, am Naschmarkt einkaufen zu gehen, das Wetter zum Draußen-Sitzen aber nicht gut genug ist, ist das Drechsler der perfekte Ort. Und es war wohl das erste Café in Wien, in dem man Eierspeise mit Räuchertofu zum Frühstück essen konnte. Eine große Bereicherung der Frühstückskarte – die es mittlerweile Samstags auch bei mir in Berlin gibt.

www.cafedrechsler.at

  5. Café Konditorei Fürst, Salzburg

Man sollte bei Kaffee übrigens nicht nur an Wien denken. Deswegen darf in meiner Liste Fürst nicht fehlen. Der Kaffee schmeckt ausgezeichnet, man kann wunderbar das Treiben in der Salzburger Altstadt verfolgen – und wer noch nie eine Mozartkugel von Fürst gegessen hat, hat noch nie eine Mozartkugel gegessen. Die sind nämlich in Wahrheit nicht Rot und Gold, sondern Blau und Silber. Aber das ist eine andere Geschichte – über die man am besten in Salzburg mehr erfährt.

www.original-mozartkugel.com

Ich hab’s geschafft. Ich habe mich auf fünf beschränkt. Die Fünf haben aber auch den Vorteil großer Beständigkeit. Weil unangefochten auf Platz 1 stand rund 15 Jahre lang für mich das Atelier Café am Grünmarkt in Steyr. Zu Schulzeiten habe ich die, wie nennt man das nochmal, freien Stunden dort verbracht. Im Sommer bin ich auf der Terrasse gesessen und habe der Enns beim Vorbeifließen zugeschaut. Wenn ich aus Wien nach Hause gefahren bin, war immer Zeit für einen Kaffee im AC und einen Plausch mit der Chefin. Obwohl sie sich immer darüber beschwert hat, dass ich so selten komme, oder gerade auch deshalb. Selbst bei meinen noch selteneren Besuchen aus Berlin war das AC ein Fixpunkt. Bis es vor 4 Jahren geschlossen hat. Kein Blick mehr von der Terrasse auf die Enns, kein Blick mehr durch das Fenster auf das Stadttor. Das macht schon ein wenig wehmütig – aber Wehmut und Weltschmerz gehören zum Kaffeehaus seit Anbeginn dazu, selbst wenn es das Kaffeehaus nicht mehr gibt.

(Mehr zu Österreich und seinen Getränken gibt’s unter https://newsroom-de.austria.info/category/awochn/ und #awochn – der Themenwoche der Österreich Werbung Deutschland im Juli 2017.).

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