13 Kneipen, die man im Friedrichshain kennen muss

Die Budike in Berlin Friedrichshain

Ich gestehe: Die Idee kommt von Sören. Er meinte, er hätte gerne eine Liste mit 13 Kneipen, in denen man in Berlin gewesen sein müsste. Na gut, Sören. Ein Kompromiss. Mit 13 Kneipen kommt man in Berlin nicht durch. Aber wir können ja mal mit Friedrichshain anfangen. Und ich entschuldige mich jetzt schon dafür, dass Du die alle kennst. Aber wir waren ja meist gemeinsam dort. Bei allen anderen entschuldige ich mich für die Qualität der Bilder. Wenn selbstgemacht, sahen die damals irgendwie viel schärfer aus – und den Rest hab ich geliehen.

Budike

Ich sage ja immer „Das Budike“, habe aber gelernt, dass es eigentlich „Die Budike“ ist. Die berliner Verballhornung der Boutique, die für eine kleine Kneipe steht. Diese Budike in der Kochhanstraße 24 serviert großartige Schnitzel. Die isst man idealerweise, während man zum Fußball kucken dort ist. Wenn man als Gast dann auch mal „wirklich akzeptiert“ ist, gibt es sogar während des Spiels ein kleines Bier (sonst kommt das Große). Die Ladies hinter der Theke sind in jedem Fall fantastisch – lustig, aufmerksam und immer direkt. Persönlich finde ich übrigens, bei großem Hunger, geht nichts über das Kutscherschnitzel. Bleibt nur die Frage, ob mit Pommes oder mit Bratkartoffeln. 

Essen: ++
Trinken: ++
Fußball: ++
Atmosphäre: ++

Drittes Ohr

Man könnte meinen, das Dritte Ohr wäre eine typische Absturzkneipe. Tatsächlich kann ich mich noch ganz dunkel an einen Abend im März erinnern… Was das Dritte Ohr mit der Budike gemein hat, ist die Sache mit dem kleinen Bier. Das gibt auch hier gerne schräge Blicke. Was soll man schließlich mit einem kleinen Bier? Es schmeckt hier aber auch das Große. Das Publikum ist bunt gemischt, die Luft steht vor Rauch und dass der Friedrichshain Hipster-Land geworden ist, kann man hier einfach für ein paar Stunden vergessen. À propos essen… aber das ist eine andere Geschichte. Zu finden in der Matternstraße 14.

Essen: Ihr könnt ja mal fragen
Trinken: ++
Musik: ++
Atmosphäre: ++ (soweit von vor Rauch etwas sieht)

Monster Ronsons

Hipster, Touri, Transe, Punk, Jungesellinnenabschied, Möchtegern-Sternchen. Bei Monster Ronson’s Ichiban Karaoke sind sie alle zu finden. Sie rotten sich in kleineren oder größeren Gruppen zusammen und singen bevorzugt in den Karaoke-Kabinen. Bier, Longdrinks und was man sonst so trinken kann, gibt’s bei den Jungs und Mädels (oder den „Ich-leg-mich-da-nicht-so-Fests) an der Theke. So gibt es auch bei den Toiletten eine für jede Kategorie. Festlegen ist ja sowas von gestern. Und wer keine Lust auf das ewige ABBA-Gesinge hat, dem sei „Killing in the name of“ von Rage against the machine ans Herz gelegt. Grandioses Karaoke-Lied. In die Welt von Monster Ronson’s Ichiban Karaoke kann man in der Warschauer Straße 34 eintauchen.

Essen: ist nicht

Trinken: ++
Singen: kommt drauf an
Atmosphäre: ++

Das Irrenhaus

Und ganz besonders spannender Ort ist das Irrenhaus an der Elsenbrücke. Einmal, zweimal, unzählige Male sind wir daran vorbeigefahren. Es stand sogar einmal auf der Liste für einen unserer Kneipen-Ausflüge. Man soll es nicht glauben, aber vier erwachsene Menschen haben sich dann einfach nicht rein getraut. Das hat den Vorteil, dass wir immer noch eine Kneipe im Friedrichshain haben, in die wir gehen müssen. Bin aber auch für Erfahrungsberichte dankbar… Wer sich auf die Suche machen will: Markgrafendamm 36

Essen: ??
Trinken: ??
Fußball: ??
Atmosphäre: ??

Tilsiter

Tilsitter Lichtspiele heißt es hier genau. Und eigentlich ist die Kneipe nur ein, dem Kino angeschlossener, Gastraum. Aber wie das ja an vielen Orten heut so ist, macht die Kneipe das Kino wohl erst profitabel. Das Tilsitter ist eine Art Wohnzimmer für die Menschen in der Straße. Das liegt nicht nur daran, dass in der Richard-Sorge-Straße sonst nicht viel zu finden ist. Vielmehr ist das einfach eine so schön unprätentiöse Kneipe, wie man sie in Berlin lange an jeder Ecke fand, und die man heute in Bezirken wie Friedrichshain suchen muss. Dass man dort dann auch noch ins Kino gehen kann, ist dieser schöne Nebeneffekt. Und danach kann man Bier trinken und sich zum Beispiel darüber unterhalten, ob das jetzt ein Happy-End war oder nicht. In der Richard-Sorge-Straße 25a.

Essen: nö, aber ich glaube, es gibt Erdnüsse
Trinken: ++
Kino: schönes Programmkino-Programm
Atmosphäre: ++ für sehr entspannt

Gaststätte Weberwiese

Auf einer unserer Touren durch den Friedrichshain haben wir einen Blick in die Gaststätte Weberwiese gewagt. Eine Kneipe, die sich nicht um Trends, die Moderne oder Hippster kümmert. Dafür gibt es Erinnerungen an Fußballturniere des lokalen Vereins. Gubener Straße 3.

Essen: eher nicht
Trinken: + für Bier zu Preisen wie vor 15 Jahren
Fußball: geht
Atmosphäre: sollte man gesehen haben

Lisa

Noch einer unserer Tour-Stops. Gleich um die Ecke findet sich das SEZ. Also immer eine gute Gelegenheit, nach Squash, Tischtennis oder Badminton noch ein Bier zu nehmen. Rustikal, würde ich das Interior mal nennen. Erst gibt es zwar neugierige Blicke der Stammkundschaft, aber wenn man sich wie ein normaler Mensch verhält, sein Bier bestellt und freundlich bleibt, ist man recht Schnell Teil des Geschehens. Schön. Lisa wohnt in der Cotheniusstraße 3.

Essen: haben wir nicht probiert
Trinken: Berliner

Atmosphäre: urberlinerisch

Leibarzt

Eigentlich waren wir davon überzeugt, dass die Kneipe sich seit dem Bau der Mauer wohl nicht verändert hätte. Weit gefehlt. Sie wurde erst nach dem Mauerfall eröffnet. Auf einem kleinen Podest versammelt sich eine illustre Runde älterer Herren. Habt Ihr die Sopranos gesehen? Ein wenig wirkt es, als hätten sich dort die grauen Eminenzen einer geheimen Organisation zusammengetan. Immerhin stören sie sich nicht an fremden Gästen. Und wer sich etwas weiterbilden möchte, erfährt auch die Geschichte des Leibarztes… Die Praxis findet sich in der Cotheniusstraße 11.

Essen: gute Frage
Trinken: durchaus möglich. Auch Tee.
Fußball: ist die Frage, ob der Fernseher für Fußball umgeschaltet wird
Atmosphäre: in jedem Fall schräg-spannend

Eisbein-Eck

Der Name hält, was er verspricht. Hier gibt es Eisbein mit Erbspüree. Oder Schnitzel Wiener Art. Gilt es zu überlegen. Schließlich entspricht ein Schnitzel den Kalorien von zwei Bieren. Ein Eisbein hat nur die Kalorien von eineinhalb Bieren. Außerdem: Wo bekommt man schon noch Eisbein? Zumal von einer echt-berlinerisch-freundlichen Wirtin, die Bedienung, Ausschank und Küche im Alleingang macht. Wer das nicht gesehen hat, ist selber Schuld. Wer Lust auf Eisbein hat: Proskauer Straße Ecke Eldenaerstraße.
 
Essen: super – Eisbein Eck halt
Trinken: bringt hier Pluspunkte
Fußball: zumindest Dart
Atmosphäre: genau so, wie sie sein sollte

Jägerklause

Ach, ich mag die Jägerklause. Im Winter bei echtem Rock drinnen Bier trinken. Im Sommer entweder draußen im Gastgarten sitzen, sich einen Burger braten lassen, sich ob des Rufs zur Abholung erschrecken (wenn denn mal nicht die Sirene dran kommt) und eine kleine grüne Oase mitten in der Stadt genießen. Oder, da wären wir wieder, sich früh genug einen Platz zum kollektiven Fußballkucken suchen. Im Garten oder draußen vor der Tür. Gute Stimmung garantiert. Die Jagd beginnt in der Grünbergerstraße 1.

Essen: Burger gefällig?
Trinken: Bei Bier ist die Frage – welches. Ohne Alkohol geht auch – aber überlegt Euch schon mal einen guten Grund.
Fußball: aber sowas von
Atmosphäre: entspannt durchmischt und bodenständig

Bierhof Rüdersdorf

Noch so ein Klassiker. Wenn man im Sommer draußen sein will, lässt man sich neben dem legendären Berghain nieder. Ganz ohne Schlange. Drinks gibt’s an der Theke. Unten sitzt man im Gastgarten, oben sehr loungig auf der Terrasse. Hier trifft das coole F’Hain-Publikum auf Oma und Opa. Ist immer ein guter Ort für den Sommer. Natürlich in der Rüdersdorferstraße. Nummer 70.

Essen: frisch gegrillt
Trinken: alles was man braucht
Fußball: hab ich hier noch nie gesehen
Atmosphäre: angesagt entspannt

Paules Metal Eck

Wie das Bild schon verrät – Paules Metal Eck ist mitten im Kiez. Schedderig, schnodderig, aus den Boxen tönt Metallica, Sepultura, Slayer oder Rage against the Machine. Die Bedienung ist ausgenommen freundlich (muss man hier ja nicht unbedingt erwarten) und vor allem beeindruckend schnell. Hier kann man ziemlich schnell trinken, wenn man möchte. Wem Trinken und Reden zu langweilig ist, der spielt eine Runde Dart oder Billard. Und wie es sich gehört, wird Fußball auf den Bildschirmen live übertragen. Wo? Steht am Bild.

Essen: hier geht’s um etwas anderes
Trinken: Bier in großer Auswahl
Fußball: ja
Atmosphäre: mal so wie es sein soll, mal zu viele Touristen

Englers Unikat

Zum Abschluss fallen wir wieder aus der Reihe. In Englers Unikat geht es nämlich um Essen. Von 16 bis 24 Uhr gibt es gutbürgerliche deutsche Küche nach alten Rezepten. Hackepeter, Rindsroulade, süß-saure Eier. Hier kann man gut sitzen, essen, trinken. Schwierig wird es einzig, wenn man ein Problem mit Kitsch hat. Denn es gibt wohl kaum einen Quadratzentimeter hier, der nicht ‚geschmackvoll‘ dekoriert worden wäre. Aber eine kleine Flucht aus der gestrengen Berliner Welt hinein in Mutters Wohlfühlwohzimmer ist doch meist eine schöne kleine Auszeit. Mutter Engler kocht in der Samariterstraße 17.

Essen: wie bei Muttern
Trinken: passt perfekt zum Essen
Fußball: dafür war hier einfach kein Platz mehr
Atmosphäre: wie in Omas schönem Wohnzimmer

(Anmerkung: Diese Liste eignet sich nicht für einen Pub-Crawl. Und falls jemand behauptet, die eine oder andere Kneipe sei gar nicht im Friedrichshain – werde ich einfach weiterhin so tun als ob… )

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